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Hamburg Süd testet Blockchain-Anwendungen für papierlose und fälschungssichere Transaktionen
Blockchain – viele Experten glauben, dass die neue Technologie die maritime Wirtschaft und Logistik ähnlich wie die Einführung des Containers vor rund 60 Jahren revolutionieren könnte. Doch was genau ist eine Blockchain und welche Möglichkeiten bietet sie für die Schifffahrt?

„Einfach ausgedrückt ist Blockchain eine Technologie, die es ermöglicht, Informationen fälschungssicher miteinander zu verbinden“, erklärt Jork Feeken, E-Commerce-Manager bei der Hamburg Süd. Das bislang wohl bekannteste Beispiel ist die digitale Währung Bitcoin. Sie basiert auf einer dezentralen, also auf vielen Rechnern verteilten Datenbank mit Verifizierungsmechanismen – der Blockchain.

Bitcoin ist allerdings nur eine von vielen Anwendungsmöglichkeiten. Denn grundsätzlich eignet sich die Blockchain für alle möglichen Transaktionen, die eine Vielzahl von Beteiligten, die sich nicht persönlich kennen, sicher und vertrauenswürdig abwickeln möchte. In der maritimen Wirtschaft sind das neben Track & Trace beispielsweise die Buchungen, die Bills of Lading und die Herkunftsnachweise.

Mehr Transparenz und Effizienz

Heute sind bei einem internationalen Containertransport oftmals bis zu 30 Personen und Institutionen mit bis zu 200 Interaktionen und viel Papier beteiligt – von der Reederei über die Häfen und Terminals sowie die Spediteure und Verlader bis zur Administration und zum Zoll. „Durch die Blockchain werden diese Prozesse papierlos und damit effizienter, weniger fehleranfällig, sicherer und schneller. Transaktionen werden transparenter und Fälschungen unmöglich“, so Jork Feeken.

Ein Beispiel ist die Verschiffung von Limetten. Dabei entsteht mithilfe der Blockchain für alle Beteiligten ein ladungsspezifischer digitaler Katalog an verschiedenen validierten und digitalen Orten, an denen diese Informationen hinterlegt sind und auf die rund um die Uhr zugegriffen werden kann. So weiß der Importeur nicht nur, von welcher Plantage die Limetten stammen und wann sie in den Container gepackt wurden, sondern er hat auch Zugriff auf die richtigen Ausfuhrbestimmungen. Darüber hinaus kann er auf die Daten zur Ver-, Um- und Entladung des Containers und zum Zeitpunkt der Verzollung zugreifen. Ein großes Plus ist dabei, dass nicht mehr jeder Beteiligte der Supply Chain seine Dokumente mehrfach mit seinen jeweiligen Vertragspartnern individuell austauschen muss, sondern dies über verteilte Datenbanken geschieht.

Vielversprechende Pilotprojekte

Bereits 2017 hat die Hamburg Süd in Australien zusammen mit DP World Australia und DB Schenker an einem Blockchain-Pilotprojekt teilgenommen. Dabei ging es um die Supply Chain von Wein entlang der 8.100 Kilometer langen Strecke von Coonawarra in Südaustralien bis zum ostchinesischen Hafen Qingdao. Mithilfe der Blockchain konnte das Projektteam digital nachweisen, dass es an keiner der Übergabestellen zu Fälschungen kam, sondern tatsächlich der australische Wein in China ausgeliefert wurde. Maersk und IBM beschäftigen sich seit Anfang 2018 gemeinsam mit der Entwicklung einer Blockchain-basierten, offenen Handelsplattform mit dem Namen TradeLens. Die Hamburg Süd ist auch an diesem Projekt beteiligt und realisiert aktuell die TradeLens-Track-&-Trace-Integration. Im Anschluss beginnt die Hamburg Süd mit der Planung der nächsten TradeLens-Integrationen – dabei soll es dann um die Anbindung Blockchain-basierter Dokumentationsprozesse gehen.

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